Kurztrip Dunedin

26Juni2018

Hallöchen, ich bins mal wieder.

Ich weiß, ich hab schon lange nichts mehr gepostet, aber das lag daran, dass es einfach nichts Spannendes gab. Wir hatten in den letzten Wochen recht viele Assignments zum abgeben und eine Klausur wurde auch geschrieben. Alles wurde überstanden und jetzt kommt nur noch eine Klausur nächste Woche, deshalb dachten wir uns, wir können die freie Zeit mal sinnvoll nutzen und uns Dunedin mal näher anschauen. Denn bisher haben wir nur einen Teil der schottisch angehauchten Stadt gesehen, als wir zum Ed Sheeran gegangen sind oder einen Kaffee mal getrunken haben auf dem Weg zurück nach Invercargill. Also ging es am Sonntag um 18:15 Uhr von Invercargill mit dem Intercity nach Dunedin. Die "direkte" Strecke wurde überraschend mit einem Zwischenstopp und Buswechel in Gore unterbrochen. Die Busfahrt ging doch schon recht lange und ich schaute immer wieder nervös auf die Uhr, denn wir konnten nur bis 22 Uhr in unser Hostel in Dunedin einchecken. Der Bus sollte um 21:30 Uhr ankommen und laufen mussten wir auch noch 20 Minuten. Als wir dann um kurz nach 21:30 Uhr die Haltestelle mitten im Industriegebiet Dunedins erreichten, sind wir praktisch aus dem Bus gesprungen, um rechtzeitig zum Hostel zu kommen. Das On Top Backpackers in Dunedin liegt im Octagon, der Stadtmitte Dunedins. Wir kamen zum Glück noch pünklich an und waren dann auch noch alleine im 6er Schlafsaal. Es war also perfekt. Wir schliefen auch schon bald ein. Die Nacht war allerdings recht kalt, denn die Neuseeländer haben es nicht so mit dichten Fenstern, doch die Nacht wurde überstanden.

Am nächste Morgen war der Himmel sehr einladend blau und die Temperaturen annehmbar. Nach dem Frühstück, welches man im Hostel dazubekommt und aus Cornflakes und Toast bestand, ging es los ins I-Site. Dieses befand sich nur 2 Gehminuten vom Hostel entfernt! Wir ließen uns informieren, über die Busverbindung, denn wir wollten unbedingt zum Signal Hill und zur Baldwin Street. Da beides recht außerhalb der Stadt liegt, ließen wir uns von dem Bus so weit wie möglich zum Signal Hill fahren. Die Strecke zum Aussichtspunk ging dann noch 30-40 Minuten den Berg hoch. Die Frau im I-Sire meinte, es wären 15-20 Minuten. Dies stimmte allerdings nicht. Der Wind nahm zu und wir waren recht froh über die Bewegung, denn sonst wäre es sehr kalt geworden. Oben angekommen hatten wir einen tollen Blick über Dunedin und die Halbinsel Otago. Nach einem kleinen Päuschen, wo natürlich wieder Fotos gemacht wurden, waren wir bereit zurück zu laufen als ein sehr netter Mann, der Müll eingesammelt hat, uns gefragt hat, ob er ein Foto von uns machen soll. Es war sehr nett und die Bilder sind echt gut geworden. Auch nach 4 Monaten in Neuseeland ist man doch immer wieder erstaunt über die Freundlichkeit der Menschen hier.

Dunedin

Danach stand der nächste Punkt auf der Liste: Die Baldwin Street, die steilste Straße der Welt. Diese befindet sich parallel zum Signal Hill, doch die Straßen sind leider nicht miteinander verbunden, deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als den kompletten Weg wieder hinunter zu laufen um später dann wieder die steilste Straße der Welt hochzulaufen. Von unten sieht die Straße richtig steil aus und es war auch recht anstrengend hoch zu laufen, doch es gab zum Glück Stufen am Gehweg, diese Stufen machten es etwas angenehmer die 19,3° oder 35%ige Steigung zu erklimmen. Natürlich wurden auch hier wieder die obligatorischen Touri-Bilder gemacht.

Baldwin Street

Es war wirklich nicht einfach, auf der Straße sitzen zu bleiben :D

Als dieses Touri-Ziel auch geschafft war, sind wir mit dem Bus wieder zurück in die Stadt gefahren um noch schnell was zu essen, bevor unser Highlight des Tages anstand. Wir hatten nämlich eine Elm Wildlife tour gebucht, um die Otago-Halbinsel zu besuchen und nach den Tieren, die dort heimisch sind, Ausschau zu halten. Am Anfang war ich etwas skeptisch, was diese Tour angeht, denn mit 105$ für Studenten ist es nicht gerade ein Schnäppchen. Doch ich wurde dann positiv überrascht und muss echt sagen, es war eins der Highlights, das ich bis jetzt in Neuseeland erlebt habe. Wir wurden vor dem I-Site abgeholt mit einem kleinen Van, mit diesem ging es dann auf die Otago-Halbinsel, was erstaunlicherweise 40 Minuten brauchte. Das erste Ziel der Tour war das Royal Albatross Center. Hier sind wir aus dem Bus gestiegen und der Guide hat uns alles mögliche Interessante über die riesen Vögel erzählt. Doch leider konnten wir nur einen Albatross sehen, da gerade Brutzeit herrscht, was bedeutet, dass die Eltern nur alle 3-5 Tage auf Essenssuche gehen. Wir informierten uns dann noch in dem Center und sahen sogar ein oder zwei Albatrosse. Diese Vögel sind mit ihrer 3,5m Spannweite die größten Vögel und dort auf der Otago-Halbinsel ist es die einzige Albatross-Kolonie, die auf dem Festland brütet. Nach 20 Minuten ging es weiter zur New Zealand Fur Seal Colony. Also zu den neuseeländischen Pelzrobben. Der Weg dahin führte über privates Gelände, wo nur die Tour Zugang hat, also echt exklusiv. Wer sich allerdings überlegt, die Tour zu machen, darf nicht reisekrank werden, denn die Fahrt war seeehr kurvenreich und der Fahrer gibt ordentlich Gas. Also sind wir von dem Albatross-Zenter zu den Pelzrobben gefahren, was auch wieder eine gute halbe Stunde gebraucht hat. Auf dem Weg sahen wir viele einheimische Vögel, die der Guide uns gezeigt hat. Darunter Schwarze Schwäne und die Paradise duck auch "putangitangi" genannt.

Bei den Fur Seals angekommen mussten wir ein kleines Stück nach unten laufen und haben dann sehr viele Jungtiere zu Gesicht bekommen. In dieser Bucht wachsen die kleinen Fur Seals heran und die, die wir sahen waren ca 7 Monate alt. Uns wurde von dem Guide erklärt, dass sie dort bleiben, bis sie ca 12/15 Monate alt sind.

Wir bekamen genügend Zeit, die Robben zu beobachten, doch es war sehr windig und sehr kalt, also sind wir wieder zum Van zurück. Dann sind wir ein Stück wieder zurückgefahren und dann nach unten zum Strand gelaufen. Als wir gerade durch ein Tor laufen wollten, meinte unser Guide plötzlich, dass wir doch zum Strand sollten und dort durch das Tor, denn direkt nach dem anderen Tor lag der erste Seelöwe, den wir an diesem Tag sahen. Wir liefen also am Strand entlang und dann ins Gras. Dort mussten wir immer wieder schlafenden Seelöwen ausweichen.

Wir liefen weiter und sahen sehr viele Seelöwen. Bei einer kleinen Hütte haben wir angehalten und keine 3 Meter von uns entfernt lagen viele Seelöwen am Strand und haben gespielt.

Seelöwen waren nicht das einzige, was es dort zu sehen gab. Denn an diesem Strand gab es auch Gelbaugen Pinguine, die wir einmal schon aus weiter Entfernung in Oamaru gesehen haben, doch dieses mal sahen wir sie viel näher und auch viel mehr von den Pinguinen.

Während wir in der abgesperrten Hütte saßen und das Geschehen am Strand beobachteten, sammelten sich immer mehr Seelöwen vor der Hütte an. Sie wollten gar nicht mehr weg und es kamen immer mehr. Der Guide war echt erstaunt und meinte, dies sei noch nie passiert. Wir warteten gute 20 Minuten, bis die Seelöwen nicht ganz so nah waren und sind dann schnell abgehauen, während sie nicht hingeschaut haben. Wir mussten ein bisschen klettern, da der Weg versperrt war, von lauter Seelöwen. Das war ein sehr aufregendes Erlebnis!

Wir fuhren wieder zurück nach Dunedin und die Tour war zu Ende. Ich kann euch nur raten, wenn ihr in Dunedin seid und Zeit habt, macht diese Tour, ihr bekommt eine einmalige Chance den beeindruckenden Tiere in freier Wildbahn zu begegnen. Der Abend ging recht entspannt zu Ende und am nächsten Morgen regnete es leider. Wir checkten aus dem Hostel aus und gingen noch in das Otago Museum. Ein sehr großes und interessantes Museum, in dem man von Maoris bis hin zu Menschen aus aller Welt etwas lernen kann. Wir schlenderten dann noch durch Souvenir-Shops und aßen im Vegetarian Café zu Mittag. Dann war unsere Zeit in Dunedin leider schon zu Ende und wir liefen am Bahnhof vorbei zur Bushaltestelle im Industriegebiet.

Bis dann

Aniisch